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Mobilitätstrends 2022: Herausforderungen, Chancen und ein Megatrend




So wie in vielen anderen Sektoren der Wirtschaft hat die Pandemie auch im Mobility-Sektor zu vielen Herausforderungen geführt. Prominente Beispiele hierfür sind die globale Chip-Shortage und Probleme mit Logistik und Lieferketten. Außerdem begünstigt die erhöhte Vorsicht der Menschen in Pandemiezeiten eher die private Nutzung von Fortbewegungsmitteln, sodass die Nachfrage nach Shared-Mobility-Angeboten etwas nachgelassen hat.


Diese Herausforderungen können die vom Zukunftsinstitut als „Megatrend Mobilität“ bezeichnete Entwicklung hin zu nachhaltigen, intelligenten Lösungen für Fortbewegung und Transport allerdings nicht aufhalten, sondern lediglich verzögern. Dies gilt für Entwicklungen der Mobilität in urbanen und ländlichen Räumen gleichermaßen. Es erscheint als sinnvoll, kontinuierlich an einer Vision der Mobilität der Zukunft zu arbeiten, mit allen Implikationen für Fortbewegungsmittel, Logistik und (physische und digitale) Infrastruktur.



Bereits für das Jahr 2021 ist gegenüber 2020 weltweit eine deutliche Erholung der Mobilität sichtbar, mit starken Schwankungen, die auf lokale Besonderheiten und die jeweiligen Gesetzeslage zurückzuführen sind. Für das Jahr 2022 schließlich wird allein für das Segment Shared Mobility weltweit ein Umsatz von 287 Millionen Euro erwartet (statista).




Im Folgenden werden einige wichtige Mobilitätstrends vorgestellt.



Digitale Akzeptanz als Chance

In Zeiten von Lockdowns und Kontaktbeschränkungen steigt der Bedarf nach benutzerfreundlichen Möglichkeiten, Erledigungen online zu tätigen. Das gilt auch für die Bereitschaft der Menschen, solche Angebote zu nutzen. Es ist zu erwarten, dass diese erhöhte digitale Akzeptanz erhalten bleibt und Märkte transformieren kann. Die durch den technischen Fortschritt von Hardware und Software erleichterte Bedienung digitaler Services („ease-of-use“) fördert zusätzlich eine vermehrte Nutzung.


Ist Elektromobilität die Zukunft?

Eine Entwicklung hin zu Nachhaltigkeit und einer vermehrten Nutzung erneuerbarer Energien als Trend zu bezeichnen, greift zu kurz. Denn es gibt europaweit und global neue Finanzinstrumente, die zusammen mit einer konsequenten Durchsetzung von EU-Richtlinien richtungsweisend für die Mobilität der Zukunft sind. Elektromobilität bietet die Möglichkeit, regenerative Energien als Energiequelle zu nutzen und kann somit als Bindeglied zwischen nachhaltiger Energieproduktion und nachhaltiger Mobilität gesehen werden. Das Konzept der Nachhaltigkeit bietet heimischen Märkten in vielen Bereichen Wachstumsmöglichkeiten. Kurze Transportwege zum Beispiel reduzieren den heutzutage vieldiskutierten Carbon Footprint drastisch.


Von der Tankstelle zum Energy Place?

Neue Antriebstechnologien erfordern eine neue Infrastruktur, weswegen manche den klassischen Tankstellen schon den Tod prophezeit haben. Schließlich sind es technisch und infrastrukturell völlig unterschiedliche Anforderungen, wenn die Energiequelle des Antriebs sich ändert. Diese Differenz sei groß genug, um den Tankstellen eine Transformation fast unmöglich zu machen. Da Tankstellen aber immer schon mehr waren als ein reiner Kraftstofflieferant (Gastronomie, Begegnungsort, usw.) und sich somit unterschiedlichsten Herausforderungen flexibel stellen müssen, ist auch hier eine Anpassung denkbar. Ob Tankstelle oder Energy Place - es wird immer infrastrukturelle Knotenpunkte geben, ungeachtet des Namens oder der verbauten Technologie.


Mobility as a Service und die Trias Auto-Taxi-ÖNV

Die klassischen Optionen für private Mobilität waren lange Zeit der private PKW, Taxi-Services oder der öffentliche Nahverkehr. Mit Car Sharing und Carpooling sind echte Alternativen entstanden, die sowohl für Privatpersonen, als auch für Unternehmen und Verwaltungen eine flexible und effiziente Erfüllung der Mobilitätsanforderungen ermöglichen. Shared Mobility bezieht sich aber längst nicht mehr auf das klassische Auto allein. Vor allem in den Städten gibt es längst auch Angebote zur Nutzung von E-Scootern, Rollern oder Fahrrädern. Der urbane Trend zu nachhaltigeren, saubereren und leiseren Städten wird diese Entwicklung möglicherweise noch verstärken. In der Stadt wie auf dem Land kommt es darauf an, die physische und digitale Infrastruktur zu schaffen, die die Transformation der Mobilität trägt.

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